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Vom Ursprung zum Siegeszug

Die Wiege

Die Wiege des Kaffees liegt im abessinischen Hochland, dem heutigen Äthiopien. Dort kannte man die Pflanze wahrscheinlich schon in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends. Noch heute wachsen die Sträucher dort wild. Christliche Pilger brachten die Bohne vermutlich im 13. Jahrhundert auf die arabische Halbinsel. Der neue “Wein des Islam” begeisterte die Perser durch seine anregende Wirkung, denn echter Wein war gläubigen Moslems verboten. Die Bezeichnung Kaffee stammt vom altarabischen Wort Qahwa (”das Erregende”) ab.

Die Ausbreitung

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts breitete sich der Kaffee über Mekka und Medina in das arabische Großreich aus und eroberte 1510 auch Kairo. Die ersten Kaffeehäuser wurden 1530 und 1532 in Damaskus und Aleppo eröffnet. 1615 brachten venezianische Kaufleute die ersten Kaffeesäcke nach Westeuropa. Holländische und englische Seefahrer verbreiteten die Pflanze in ihren Kolonien auf der ganzen Welt. 1671 kamen die ersten nach Java, bald darauf setzte der Anbau auf Ceylon und in Surinam ein, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts breitete er sich in Südamerika aus.

Als die Türken ihre Belagerung von Wien im Jahr 1683 abbrechen mussten, ließen sie 500 Säcke Kaffee zurück. Ein findiger polnischer Kaufmann eröffnete damit das erste Wiener Kaffeehaus. In Berlin machte 1721 das erste Café auf.

Das Volksgetränk

Im 19. Jahrhundert wurde der Kaffee Volksgetränk. Die Armen machte Kaffee bei schwerer Arbeit munter. Die Reichen genossen ihn. Das Kaffeehaus wurde in ganz Europa ein Zentrum der bürgerlichen politischen Öffentlichkeit und auch der Kunst und Literatur. Berühmte Namen sind damit verbunden: Café Greco in Rom, Café aux Deux Magots in Paris, Café Dehmel in Wien, Café Arco in Prag.

Der Ingenieur Luigi Bezzera entwickelte 1902 die erste industriell gefertigte Espressomaschine. Damit begann der Siegeszug der kleinen starken Schwarzen. Mit der Erfindung des Papierfilters verbannte die Dresdner Hausfrau Melitta Bentz 1908 Kaffeesatz aus der Tasse.

1901 präsentierte der Japaner Sartori Kato das erste lösliche Kaffeepulver. Die Firma Nestlé legte 1938 den Grundstein für die kommerzielle Vermarktung des löslichen Kaffees (Instantkaffee).

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist Brasilien der größte Kaffeeproduzent der Welt. Heute kommt fast die gesamte Kaffeeproduktion aus Zentralamerika, Brasilien und den Tropengebieten Südamerikas. Die Kaffeeweltproduktion erreicht rund 100 Millionen Sack zu je 60 Kilogramm pro Jahr.

Die Kaffeepflanze

Die Botaniker unterscheiden mehr als 80 verschiedene Arten von Kaffeebäumen. Für das Getränk werden fast ausschließlich zwei verwendet: Die Coffea arabica und die Coffea robusta.

Etwa drei Viertel der Weltproduktion ist Arabica-Kaffee, die höchste Qualität besitzt. Barcomi’s bietet ausschließlich Arabica-Bohnen an. Angebaut wird diese Kaffeeart in Höhen von 600 bis 2000 Metern. Sie benötigt Temperaturen von 12 bis 27 Grad. Arabica-Bohnen haben eine glatte Oberfläche und als gewaschene Kaffees eine bläulich-grünliche Farbe.

Der Robusta-Kaffee, auf den knapp ein Viertel der Weltproduktion entfällt, ist schnellwüchsiger, ertragreicher und widerstandsfähiger gegen Schädlinge als der Arabica. Der Robusta wird in Lagen vom Meeresspiegel bis etwa 600 Meter angebaut, vor allem in tropischen Gebieten Afrikas, Indiens und Indonesiens. Die Bohnen besitzen eine rundliche Form von hellbrauner bis graugrünlicher Farbe. Sie haben einen etwas erdigen Geschmack. Von einigen besonderen Sorten abgesehen sind Robusta-Kaffees qualitativ mittelmäßig.

Kaffeepflanzen brauchen viel Wasser. Nach drei oder vier Jahren bringen sie die ersten Erträge, nach etwa 20 Jahren gehen die Mengen wieder zurück. Ein Kaffeebaum kann gleichzeitig blühen und reife Früchte tragen

Während der Entwicklung der Frucht sind die Beeren grün, werden mit fortschreitender Reife immer gelblicher, schliesslich rot und im letzten Stadium dunkelrot. Sie wird deshalb Kaffeekirsche genannt. In einer Kaffeekirsche findet man zwei Kaffeebohnen, paarig im Fruchtfleisch eingebettet. Hat sich im Fruchtfleisch nur eine Bohne entwickelt, spricht man von einer Perlbohne. Der Ertrag eines Kaffeebaumes schwankt zwischen 400 und 2000 Gramm Arabica- und zwischen 600 und 2200 Gramm Robusta-Kaffeebohnen. Für ein Kilo Kaffeebohnen müssen fünf Kilo Kaffeekirschen gepflückt werden.